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Die Geschichte von K.J. aus P.
Wo sozial gänzlich fehl am Platz ist…
Hallo liebe Mitarbeiter,
ich würde Ihnen gern kurz eine Geschichte erzählen, die mich fast in den Ruin katapultiert:
Nach meinem beruflichen Umzug nach Bayern entschied ich mich schweren Herzens, mein Elternhaus
in Thüringen zu verkaufen. Wohl bedacht, dass es in gute Hände kommt, beauftragte ich eine
Immobilienfirma aus dem thüringischen Sachsenbrunn mit dem Verkauf, der auch schnellstens
abgeschlossen werden musste, da ab 2006 die Bauförderung wegfiel. Allerdings ginge es auch
nur mit einem Mietkauf.
Nach Zahlung von rund 3000€ (!) Euro an den Makler war somit das Unheil besiegelt, denn es kam,
wie es kommen musste, keine Zahlungen, keine Antworten auf meine Schreiben, vereinbarte
Treffen wurden ignoriert u.s.w.
Nachdem mir die Nachbarn von unzumutbaren Zuständen erzählten und ich nicht weiterkam, schaltete
ich einen Anwalt ein. Auch das braucht seine Zeit. Somit hatte ich schon seit 1,5 Jahren keine
Mieteinnahmen, lediglich boshafte Briefe seitens der potentiellen Käuferin und "ich war nur
für den Verkauf zuständig" seitens des Maklers, obwohl ich diesen mehrmals nach der
Liquidität der Käuferin fragte, wo ich keine Antwort bekam, und er mir auch versicherte,
dass er mich bis zur letzten Zahlung unterstütze, diese Aussage hat er wohl übersehen.
Nach Antrag vor Gericht auf Räumung des Hauses nahm diese Frau den ersten Gerichtstermin nicht
einmal wahr, wobei solche Herrschaften anscheinend auch in solchen Dienststellen einen Bonus
haben, denn in jedem Gerichtstermin steh wohl bei, was passieren kann, wenn man Termine nicht
einhält. Somit mussten wir wochenlang auf den nächsten Termin warten, bei dem sie sich
dann bequemte, auch zu erscheinen. Eine Frechheit dabei war, dass so eine Mandantin noch
von einem Anwalt vertreten wird - der zudem aus der Staatskasse gezahlt wird,
(die Unverständlichkeit für Prozesskostenhilfe, die ihr gewährt wurde, nur nebenbei) und
dann noch die Aussage der Richterin, wir sollten doch auch mal auf die sozialen Umstände
der Frau Rücksicht nehmen. Hallo?
Wer nimmt auf mich Rücksicht - wen interessiert es, dass mich das Haus selbst einmal mit
Erbenauszahlungen um die 155.000 DM gekostet und es jetzt nicht einmal mehr den Wert einer
Toilette hat? - Dass dieses Gebäude einmal das Erbe für meinen Sohn hätte sein sollen? Dass
ich auch noch eine 5stellige Kreditsumme darauf abbezahlen muss, die ich eigentlich mit
diesen Einnahmen finanzieren wollte???
In meiner Verzweiflung über die Verfahrensdauer und diesbezüglich Gefahr im Verzug, dass Haus
noch mehr herunterkommen zu lassen, habe ich eigenmächtig ein paar Freunde engagiert, die mir
bei einer Räumung geholfen haben. Mein Glück hierbei war, dass ich dies offiziell bei der
hiesigen Polizeiinspektion angemeldet habe, und ich somit einer Strafanzeige entging. Nach
der versuchten Räumung, die natürlich durch die Polizisten gestoppt wurde, ging plötzlich
der Beamtenapparat etwas schneller.
Wir bekamen dann endlich nach weiteren mehreren Wochen einen Termin zur Zwangsräumung,
allerdings standen wir vor einem Riesenproblem: Diese Frau hatte sage und schreibe 53(!) Tiere
im Haus beherbergt!!! Hasen, Katzen, Meerschweinchen, Hunde…., einfach nur der reine Wahnsinn,
und der Clou war, dass mein Anwalt, der bei der Räumung mit anwesend war, in der
Gefriertruhe 11 verendete Tiere fand. Das ganze Haus glich mittlerweile einem einzigen
Stall - ein ca. 200 qm Wohnhaus, welches von mir und meinem damaligen Partner in
mühevoller Arbeit und Liebe aus- und umgebaut wurde. U.a. Holzvertäfelungen, Rauhputz,
Deckenverkleidungen u.s.w., Es gibt so gut wie gar nichts mehr, was nicht
beschädigt ist. Sogar Fensterscheiben hat sie entfernt, damit die Tiere rausschauen
können… Alle Fußbodenbeläge, sei es Auslegeware oder Laminat wurden entfernt, nun sind
die ganzen Böden so verkeimt, dass alles ersetzt werden müsste.
Allen, die bei der Räumung dabei waren, war das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, von der
Gerichtsvollzieherin über Anwalt als auch den Tierschützern. Der Amtstierarzt hat übrigens
nach einer Begehung einiger Wochen vorher dieser Dame eine "vorbildliche Tierhaltung"
bescheinigt, was ich Ihnen auch beweisen kann, denn er hat es mir auf den Anrufbeantworter
gesprochen. Er war mir gegenüber sehr unfreundlich und auch genervt. Auch vom Landrat
selbst, den ich um Hilfe gebeten hatte, dessen Haus nur ein paar Schritte entfernt steht,
kam nichts rüber. Da gibt es wohl wichtigere Dinge zu regeln…
Einmal hatte ich richtiges Glück, und zwar mit der Tierschutzbeauftragten, Frau M. H., die sich
aufopferungsvoll um die Versorgung der Tiere in den letzten 8 Wochen gekümmert hat, denn die
Zwangsräumung nach Berliner Modell sagt aus, dass die Tiere zum Räumgut zählen, dieses
unversehrt bleiben muss und dieser Frau 8 Wochen Zeit zu geben sind, Ihren Kram abzuholen.
D.h. die Tiere mussten nunmehr über mehrere Wochen vom Tierschutzverein täglich versorgt
und gefüttert werden, bis sich die Dame entscheidet, sie abzuholen oder auch nicht. In der
letzten Woche vor Fristablauf hatte endlich auch Herr O., der zuständige Amtstierarzt,
ein Einsehen und verordnete dieser Frau ein Tierhalteverbot. Dass er damit nur
wochenlang Kosten verursacht hat, ist ihm wohl nicht in den Sinn gekommen. Frau H.
wurde sogar in dieser Zeit noch von der ehemaligen Bewohnerin verbal attackiert und
musste ständigen Telefonterror ertragen. Sie hat den ganzen Müll entsorgt und sich
wirklich unendlich bemüht, dass man das Haus überhaupt wieder betreten kann. Was sie
geleistet hat, kann man nicht in Worte fassen. Sie wird sicher auch bei Interesse
gern mit Ihnen reden, denn sie hat noch einige Dinge in petto, die sie über die
Dame weiß, was ich gar nicht mehr wissen wollte.
Schlussendlich habe ich die Rückübertragung auf meinen Namen angemeldet, da traf mich der
nächste Schock, da ist plötzlich eine Zwangssicherungshypothek auf meinem Grundbuchauszug, die
diese Frau verursacht hat, die wiederum ich - natürlich kostenpflichtig - löschen lassen
musste.
Auch sind noch etliche Zahlungen auf mich zugekommen, die ich nicht extra auflisten möchte, da
es sonst eine unendliche Liste werden würde. Es sind in jedem Fall jetzt schon weit über
7000 €, rein organisatorische, notarielle und bürokratische Kosten. Dabei ist nicht
eingerechnet, dass eine Komplettrenovierung des Hauses anstehen würde, ich immer noch auf
meinem Kredit sitze und ich gott sei Dank eine Versicherung habe, die Verständnis für mich
hat und einen Großteil der Kosten übernahm.
Nun bin ich soweit, dass ich es gar nicht mehr über`s Herz bringe, das Haus zu betreten. Ich
möchte es gern schnellstmöglich verkaufen für einen ganz geringen Betrag, um endlich damit
abschließen zu können.
Falls noch Fragen sind, können Sie mich gern erreichen unter 0xxxxxxxxxx oder dienstlich
0xxxxxxxxxx.
Es gibt sicher noch viel mehr dazu zu erzählen, aber man kocht beim Schreiben derart, dass es
schmerzt….
Ich wäre dafür, dass es eine öffentliche Liste online über solche Leute gibt, in der sich
potentielle Vermieter informieren können, um Ihnen das Los, was mir zuteil wurde,
zu ersparen.
Freundliche Grüsse
K. J.
Name und Anschrift der/des Betroffenen sind der Redaktion bekannt.
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